Alte Bekannte & Wischmopps

2. Juli 2009

Es gibt wieder ein paar neue Sachen zu berichten. Denn gestern, als ich gerade wegen einer administrativen Sache im Verwaltungsgebäude war, spricht mich auf einmal jemand an: „Dominic-san?“. Als ich mich dann umdrehte, habe ich ganz verblüfft festgestellt, dass mein ehemaliger Japanisch-Lehrer von meinem Austauschjahr an der Nihon Universität vor mir steht! Wie sich dann in einem kurzen Gespräch herausstellte, unterrichtet er nicht nur an der Nihon, sondern auch an der Tokyo Universität Japanisch. Wie klein Tokyo doch ist! Heute bin ich ihm dann gleich nochmal bei der Mensa begegnet.

Die zweiten News beziehen sich auf eben diese Mensa, in welcher ich heute zum ersten Mal war (es gibt ja mehrere Mensen hier). Es geht aber nicht direkt um die Mensa (in der man übrigens traditionell japanisch auf Tatami-Matten sitzend essen kann), sondern um ein Geschäft in der Nähe, welches sehr gut meinen Vollversorgung-Artikel ergänzt. Abgesehen von den üblichen Schreibartikeln und diversem Bürozubehör gibt es hier nämlich vor allem Elektronik. Kabel, Router, Rohlinge, Drucker, Patronen, Bildschirme, Mäuse, Software, Laptop-Taschen und Laufwerke, aber auch komplette PCs, Laptops (ich habe 9 MacBooks gezählt) sowie Beamer.
Und wer glaubt, dass das schon alles war, hat sich getäuscht. Neben dem bereits Erwähnten bekommt man auch noch Postkarten, Fächer, Origami-Papier, Ventilatoren, Föns, Lampen, Bügeleisen und Wischmopps. Alles, was der durchschnittliche Universitätsstudent eben so braucht.

Werbeanzeigen

Vollversorgung

21. Juni 2009

Wenn man hier an der Tokyo Universität studiert, ist man bestens versorgt. Ich möchte gleich am Anfang erwähnen, dass ich bisher nur einen kleinen Teil des Universitätsgeländes kenne, und meine folgenden Schilderungen daher sicherlich nicht komplett sind.

Angefangen bei den Mensen (zwei in unmittelbarer Nähe zu mir, es gibt wohl noch mehr), die sogar Sonntags geöffnet haben, über eine Art Grillrestaurant (ich habe es noch nicht so genau angeschaut) bis hin zu einem Subway gibt es hier verschiedene Möglichkeiten sein Mittag- oder Abendessen zu sich zu nehmen.

Fuer die Zeit zwischendrin gibt es einige Cafes, darunter auch Dotour (japanische Kaffeekette) und Starbucks. Natürlich darf ein Kombini nicht fehlen, wo man sich Getränke (darunter auch Alkohol), Süßigkeiten, komplette Mahlzeiten, Zeitschriften und noch vieles mehr kaufen kann.

Schließlich gibt es noch einen Unishop, bei dem man zum einen Büro- bzw. Studienzubehör (Stifte, Blöcke, Ordner), aber auch Duschgel, Seife, Toilettenpapier(!) und Rasierzubehör bekommt, falls man mal wieder kurz vor einer Deadline seinen Wohnsitz ins Labor verschieben muss. Desweiteren gibt es in dem Shop noch unzählige Tokyo Universität-Fanartikel, wie zum Besipiel Pullis, T-Shirts, Stifte, Blöcke, Krawatten und sogar Pralinen mit dem Uni-Logo! Wem das noch nicht reicht, der kann sich auch einen Tokyo Universität-Wein mit persönlicher Nachricht auf dem Etikett bestellen. Natürlich gibt es in dem Shop auch normalen Alkohol (fuer die Feierabend-Parties) und normale Getränke sowie Chips, Schokolade, Cupramen und komplette Fertiggerichte zum Mitnehmen. Wer dann noch nicht endgültig versorgt ist, der kauft sich Asics Oxygen (eine Flasche mit reinem O², für den Sport?) oder ein nigelnagelneues Fahrrad.

Aber die Versorgung der Studenten begrenzt sich nicht nur auf Essen & Einkaufen. Sofern man sich beim Lernen noch nicht alle Haare ausgerauft hat, kann man nämlich auch direkt zum Frisör auf dem Campusgelände gehen. Wer sich schließlich nach dem ganzen Shopping mit leeren Taschen wiederfindet, hat bei gleich mehreren Bankautomaten in Nähe der Geschäfte ausreichend Möglichkeit, diese wieder aufzufüllen.

Wer jetzt noch das Unigelaende verlassen muss/möchte, ist selbst dran schuld!

Und sobald ich die restlichen 80% des Unigeländes erkundet habe, werde ich auch davon berichten!


70 Minuten

13. Juni 2009

Todaiakamonmae

Nach dem Kauf eines Fahrrads hat sich meine Anfahrt zur Uni auf gute 70 Minuten verringert: 10 Minuten Fahrrad, 5 Minuten laufen, 40 Minuten Zug und nochmals 15 Minuten laufen, so setzt sich ganz grob mein derzeitiger Weg zum Campus zusammen. Relativierend auf die recht langen 70 Minuten Anfahrt wirken die darin enthaltenen 30 Minuten Bewegung. Durch das Fahrrad Fahren und Laufen habe ich nämlich zumindest ein bißchen – wenn auch leichte – sportliche Betätigung am Tag. Außerdem werde ich dadurch vor der Uni wach und nach der Uni wieder munter. 😉

Ich fange morgens um ca. 10 Uhr an der Uni an und kann somit – glücklicherweise – meistens noch die vollen Züge vermeiden. Bei der Heimfahrt zwischen 18 und 19 Uhr ist es dann allerdings ordentlich voll zwischen Ikebukuro und Fujimino. Hat aber auch seine gute Seite, denn man braucht sich die Fahrt über nicht mehr festzuhalten, da man sowieso nicht umfallen kann.

Ich habe nun auch Bilder von der Tokyo Universität hochgeladen, zu finden wie immer in der Galerie.


Tokyo Universität & Erste Woche Praktikum

6. Juni 2009

Nachdem ich nun schon die erste Woche an der Tokyo Universität absolviert habe, möchte ich an dieser Stelle ein paar Erfahrungen schildern.

Ich werde Mal mit der Anfahrt beginnen: Ich laufe derzeit (später hoffentlich mit dem Fahrrad) ca. 20 Minuten vom Gästehaus bis zum Bahnhof in Fujimino. Dort nehme ich den Expresszug nach Ikebukuro (hier gibt es übrigens die leckeren Eisvarianten, wie Oktopus-Eis oder Curry-Eis). Ikebukuro ist ein großer Umsteigebahnhof in Tokyo, vor allem für Leute, die wie ich aus nordwestlicher Richtung kommen. Von hier aus fahren ich dann also mit der U-Bahn noch weitere 10 Minuten bis nach Hongo-sanchome. Vom Bahnhof in Hongo-sanchome aus laufe ich dann wiederum weitere 10-12 Minuten bis zu meinem Labor, teils an Restaurants und Geschäften vorbei, teils auf dem Unigelände selbst. Vielleicht kann ich an dieser Stelle kurz erwähnen – hauptsächlich um etwas Mitleid zu erregen -, dass ich eigentlich nie einen Sitzplatz bekomme und die ganzen Zugfahrten über stehe, egal ob auf dem Hin- oder Rückweg. Naja, immerhin werden keine Menschenmengenschieber bzw. Sardinenbüchsenverschließer, manchmal auch schlicht „Force“ genannt, benötigt. Was ich damit sagen möchte ist, dass ich immerhin um einen Radius von 5 cm um mich herum Platz habe. Manchmal zumindest. Oh, ich glaube ich schweife ab…

Das Labor selbst ist (wie auch das gesamte Unigelände) recht weiträumig (was in Anbetracht der Tatsache, dass es mitten in Tokyo ist, durchaus beachtlich ist!). Im Vergleich zur Nihon Universität ist mein Schreibtisch knapp doppelt so groß, ich sitze auf einem bequemen Chefsessel und habe einen eigenen, schnellen PC mit 19 Zoll Monitor zur Verfügung. Den großen Flachbildfernseher mit angeschlossener Nintendo Wii brauche ich wohl nicht zu erwähnen 😉

Eine Praktikumsaufgabe habe ich derzeit noch nicht, ich verbringe meine Zeit meistens damit, die anderen Studenten kennenzulernen, mich mit ihnen zu unterhalten, ein bißchen im Bücherregal zu stöbern oder Blogposts zu schreiben 😉 .
Ich denke ich kann nächste Woche mehr über das Praktikumsthema berichten.

Auf dem Campus selbst bin ich noch nicht so viel herumgekommen, bei der Größe dauert es allerdings auch ein bißchen, bis man alles gesehen hat. Entdeckt habe ich jedoch schon einen Subways, einen Starbucks sowie einen Kombini (Convinience Store), welcher 24 Stunden am Tag geoffnet hat. Auffällig ist ansonsten noch, dass es hier recht viele Ausländer gibt. Von den gesamten 30.000 Studenten sind immerhin 2100 aus dem Ausland laut Wikipedia. Bei Gelegenheit (und schönem Wetter) werde ich Bilder von dem eindrucksvollen Campusgelände machen.

Nachtrag: Habe mittlerweile ein Fahrrad gekauft 🙂


Angekommen!

1. Juni 2009

Es ist jetzt 5:30 Uhr nachts hier in Japan, der Jet-Lag hat nach 4 Stunden Schlaf angeklopft und lässt mich diesen Eintrag schreiben.

Zeit also um euch mitzuteilen, dass ich gut in Japan angekommen bin. Nachdem am Flughafen alles etwas länger gedauert hatte, da zu den normalen Einreiseformularen (wie lange möchten Sie hier bleiben, wo wohnen Sie usw.) und den Zollerklärungspapieren (große Mengen Alkohol, Drogen oder verbotene Chemikalien im Koffer?)  diesesmal auch noch die Schweinegrippeerklärung (in den letzten 10 Tagen in Amerika gewesen?) hinzukam, bin ich dann nach einer etwas mehr als einstündigen Zugfahrt gegen 18 Uhr in Zentral-Tokyo angekommen. Zum Abendessen gab es gleich Mal Thunfisch, Lachs, Makrele und Garnele – natürlich alles roh. Allein dafür hat es sich die lange Flugzeit schon gelohnt 🙂

Heute abend treffe ich denn jemanden, der mich zu meinem Gästehaus begleiten wird, in dem ich voraussichtlich die nächsten vier Monate wohnen werde. Und morgen früh um 10 Uhr ist dann schließlich das erste Treffen mit meinem Professor und den Studenten aus dem Labor.

So jetzt seid ihr auf dem neusten Stand, mehr Details gibt es sicherlich im nächsten Eintrag!

P.S.: Ich habe in der Zwischenzeit nochmal geschlafen und den Post zwei Stunden später (es ist jetzt kurz vor 8 Uhr) fertig geschrieben…


Kirschblüte & Sprachschule

26. März 2008

Nachdem die Pflaumenblüte (siehe Bilder) nun so langsam zu Ende ist, beginnt endlich die Zeit, auf die sich die Japaner (und natürlich auch die Ausländer in Japan) am meisten freuen: die Kirschblüte. Derzeit ist es noch nicht so prachvoll, wie ich es von vielen Bildern her kenne, aber ich denke in einer Woche stehen die Bäume in vollster Blüte und ich kann viele schöne Fotos schießen. Wenn das Wetter dann noch mitspielt (zum Beispiel so wie heute, 18°C und Sonne – wie sieht es im Moment doch gleich nochmal in Deutschland aus? 😉 ) steht dem gemütlichen Entspannen im Park nichts mehr im Wege. Dass der aktuelle Sprachkurs auch noch am Freitag zu Ende ist, trifft sich da natürlich um so besser.

Ich habe dieses Semester wieder viel Japanisch gelernt, wovon ich mir aber die eine Hälfte erst gar nicht merken konnte und die andere Hälfte auch schon wieder vergessen habe. 😉
Ganz so schlimm ist es natürlich nicht, aber es ist schon erschreckend, wenn ich in unserem Buch blättere und sehe was ich eigentlich alles wissen müsste. Aber ich will mich nicht beschweren, vor etwas über 6 Monaten konnte ich noch so gut wie gar kein Japanisch.

Den nächsten Bericht gibt es dann voraussichtlich nach der Kirschblüte über die Kirschblüte.


Willkommensfeier

13. Oktober 2007

Gestern fand die Willkommensfeier des Informatikinstituts für mich statt. Leider war ich bis gestern 17:50 Uhr der Meinung, die Feier wäre erst heute. Als ich dann aber einen Anruf aus dem Institut erhielt, dass meine Willkommensfeier in 10 Minuten beginnt, wurde ich eines besseren belehrt. Das alles wäre ja nicht mal so schlimm gewesen, wenn die Feier nicht eigentlich um 17 Uhr starten sollte. Aber wie die Japaner so sind haben sie schließlich alle erzählt, dass die Feier auf 18 Uhr „verlegt“ wurde. Und sie haben sich dafür entschludigt, dass ich den Tag verwechselt habe. Ich glaube es wäre einfacher für mich gewesen, wenn sie einfach offen heraus gesagt hätten, dass ich eine Stunde zu spät bin.
Als ich also schließlich um 18 Uhr in das Institut kam, saßen so ca. 30 bis 40 Studenten im „Partyraum“, um einen wahrscheinlich seit 60 Minuten fertig gedeckten Tisch mit Sushi, Snacks und Getränken (vielleicht hätte ich mittags doch nicht All-You-Can-Eat Pizza essen sollen). Nach acht Reden (vier Studenten, ein Assistenzprofessor, zwei Professoren, und meiner eigenen…) haben alle fleißig getrunken, gegessen und sich mit mir unterhalten. Sogar ein Willkommensgeschenk habe ich bekommen: Einen schönen Fächer (siehe Bild).

Leider wurde schon kurz nach sieben Uhr ein gemeinsamer Spruch aufgesagt und einmal kräftig in die Hände geklatscht. Das war das Ritual um eine Feier zu beenden. Innerhalb von zehn Minuten war der Raum dann auch schon wieder aufgeräumt und die Studenten kehrten an ihre Arbeitsplätze zurück.
Ich weiß nicht, ob ich schon erwähnt habe, dass die Japaner Arbeitstiere sind. Als ich gestern um 21 Uhr ging und heute um 10 Uhr wiederkam war ein japanischer Student immer noch/wieder da. Ich fragte ihn, ob er im Labor geschlafen hätte, was er jedoch verneinte. Ob ich ihm das glauben soll, weiß ich allerdings nicht. 😉
Zweidrittel des Tages im Informatik-Institut zu verbringen ist aber scheinbar normal. Mir fällt jedoch auch auf, dass nicht die ganze Zeit gearbeitet bzw. studiert wird. Oft wird hier auch zum Freizeitvergnügen gesurft, sich unterhalten oder zusammen essen gegangen. Als ich einmal Freitagsabends ins Labor kam, haben drei oder vier Studenten zusammen World of Warcraft gespielt. Das geht natürlich nur solange der Professor nicht anwesend ist 😉 . Ich denke es ist meistens so in Japan, dass die Arbeitskollegen den Freundeskreis bilden. Dadurch hält man es natürlich auch viel länger auf der Arbeit aus. Das hat meiner Meinung nach aber alles Vor- und Nachteile. Ich weiß nicht, ob ich mir so etwas in Deutschland wünschen würde.

Alles in allem scheinen die Japaner – zumindest nach außenhin – nicht sehr nachtragend zu sein. Was sie wirklich über meine Verspätung denken, werde ich wohl nie herausfinden. Ich glaube das will ich aber auch gar nicht 😉 .