70 Minuten

13. Juni 2009

Todaiakamonmae

Nach dem Kauf eines Fahrrads hat sich meine Anfahrt zur Uni auf gute 70 Minuten verringert: 10 Minuten Fahrrad, 5 Minuten laufen, 40 Minuten Zug und nochmals 15 Minuten laufen, so setzt sich ganz grob mein derzeitiger Weg zum Campus zusammen. Relativierend auf die recht langen 70 Minuten Anfahrt wirken die darin enthaltenen 30 Minuten Bewegung. Durch das Fahrrad Fahren und Laufen habe ich nämlich zumindest ein bißchen – wenn auch leichte – sportliche Betätigung am Tag. Außerdem werde ich dadurch vor der Uni wach und nach der Uni wieder munter. 😉

Ich fange morgens um ca. 10 Uhr an der Uni an und kann somit – glücklicherweise – meistens noch die vollen Züge vermeiden. Bei der Heimfahrt zwischen 18 und 19 Uhr ist es dann allerdings ordentlich voll zwischen Ikebukuro und Fujimino. Hat aber auch seine gute Seite, denn man braucht sich die Fahrt über nicht mehr festzuhalten, da man sowieso nicht umfallen kann.

Ich habe nun auch Bilder von der Tokyo Universität hochgeladen, zu finden wie immer in der Galerie.

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Tsuyu

11. Juni 2009

Tsuyu ist heute gekommen und bleibt für ca. sechs Wochen hier. Eigentlich mag sie keiner, aber trotzdem kommt sie jedes Jahr wieder. Einfach so, ohne zu fragen. Man weiß auch nie, wann sie genau kommt. Wenn sie dann da ist, gibt es Zeiten an denen man gar nicht vor die Tür gehen möchte aus Angst ihr zu begegnen. Und wenn sie schließlich wieder weg ist, kann man auch nicht ganz froh sein, denn man schwitzt schon im Angesicht des nächsten Gastes, der sich mit Tsuyu die Klinke in die Hand gibt.

Ach, ihr kennt Tsuyu gar nicht? Das kann gut sein, sie kommt nämlich nicht nach Europa. Denn Tsuyu ist japanisch und bedeutet Regenzeit. Sie beginnt hier in Tokyo normalerweise Anfang Juni und geht dann ca. sechs Wochen lang bis Mitte Juli. Heute hat sie halbwegs offiziell hier angefangen. Den ganzen Hype um die Regenzeit kann ich allerdings nicht so ganz nachvollziehen; heute war das erste Mal seit ein paar Tagen, dass die Sonne wieder hinter den Wolken hervorkam (nachdem es heute morgen zugegebenermaßen doch recht ordentlich geregnet hat). Ganz generell gesehen gibt es im Juni schon mehr Niederschlag (+30-40 mm) und weniger Sonnenstunden (5 statt 6) als im Mai und Juli, aber so schlimm wie man es von einer „Regenzeit“ erwartet fand ich es letztes Jahr dann doch nicht (und ich bezweifle, dass es dieses Jahr viel anders wird).

Sollte die Regenzeit schließlich vorbei sein, setzt der für Japan charakteristische heiße und schwüle Sommer ein. Denn obwohl es im Vergleich zu Deutschland zwar jetzt schon recht warm und luftfeucht hier ist, vergrößert sich dieser Unterschied ab Juli deutlich. Sommer bedeutet in Japan nämlich, dass man selbst nachts nach wenigen Minuten normalen Gehens zu schwitzen beginnt. Und das im Prinzip jeden Tag, denn Abkühlung findet außerhalb von klimagekühlten Gebäuden und Transportmitteln bis Ende des Sommers so gut wie nicht statt.
Mindestens einen Vorteil hat der Sommer dann aber doch: Das Matcha-Eis schmeckt doppelt so gut. 🙂

Zu dem Thema siehe auch einen Eintrag von letztem Jahr (verfasst am Ende der Regenzeit): „Sommer in Japan – ein Simulationsversuch„.

Tokyo Tower - RegenzeitTokyo Tower, Tsuyu im Juni 2008


Iemon und Tenugui

9. Juni 2009

Ich war gestern beim nächsten Kombini und wollte eigentlich die neue Cola Light Plus mit grünem Tee kaufen, als ich ein anderes interessantes Getränk erblickte. Eigentlich ist das Getränk mit dem Namen „Suntory Iemon“ (gelesen: i-e-mon) an sich gar nicht besonders, denn grüne Tees in Flaschen gibt es hier wie Sand am Meer. Aber es scheint seit Kurzem eine Aktion zu geben, bei der es zu jeder 500ml Flasche Suntory Iemon ein Tenugui dazugibt. Ein Tenugui ist ein traditionelles japanisches Handtuch, über welches sich noch weitere Details bei wikipedia finden lassen. Bei der aktuellen Aktion gibt es sechs verschiedene Motive zur Auswahl; ich bin nun stolzer Besitzer eines Tenugui mit Feuerwerksmotiv (Hanabi). Auf der einen Seite mag ich den Tee (Suntory Iemon) an sich nicht so besonders, aber auf der anderen Seite hätte ich auch gerne noch weitere Motive, wie zum Beispiel Bambus oder Sonnenschirme. Mal sehen, wenn die Aktion noch lang genug geht, kann ich sicherlich noch weitere Bilder posten.

Iemon und Tenugui

Nachtrag: Mittlerweile habe ich auch noch das Bambus-Motiv. 🙂


Schwarze Brause mit grünem Geschmack

8. Juni 2009

Nach der bereits erwähnten Pepsi mit Shiso Geschmack, soll es nun auch bald ein neues Produkt von Coca Cola geben: Coca Cola plus mit Grünem Tee Geschmack. Besondere Merkmale: Keine Kalorien, mit Catechine (angeblich gesund) und grünem Tee Geschmack,  ein echtes Wellness-Getränk also. Ich bezweifel ja, dass es in irgendeiner Art und Weise gut schmeckt, probieren werde ich es trotzdem. Zu kaufen ab heute (8. Juni). Kurios ist nur, dass es eine Grüne Tee Cola bereits in Deutschland gibt/gab. Sollten wir also tatsächlich vor dem Grünen-Tee-Land Japan in den Genuss dieses Getränkes gekommen sein? Vielleicht hat Cola einfach nur gezweifelt, ob Japaner sich auf so etwas einlassen würden, versucht es jetzt aber doch…

Japanische und deutsche Version:

Coca cola plus green tea

Cola Light Green Tea


Handy

7. Juni 2009

Da mein letztes Handy in Japan mit einem Vertrag gekoppelt war und ich es jetzt nicht mehr benutzen kann, habe ich mir diesmal ein Prepaid-Handy gekauft. Gekostet hat das ganze Paket ca. 60 Euro mit ca. 22 Euro Startguthaben. Der Minutenpreis zum Telefonieren ist zwar mit 70 Cent recht happig, dafuer ist aber die SMS und E-Mail Flatrate fuer etwas ueber 2 Euro ein echtes Schnaeppchen! So kann ich jetzt sogar Blogeintraege vom Handy aus verfassen. Und hier bin ich gerade:

photo-0002


Bilder vom Gästehaus & Umgebung

7. Juni 2009

Da heute prima Wetter ist, habe ich Mal Bilder gemacht und hochgeladen. Ich habe sowohl das Innere des Gästehauses (außer mein Zimmer, das muss ich erst aufräumen 😉 ), wie die nähere Umgebung vom Dach des Gästehauses aus fotografiert und manche Fotos mit einer Beschreibung versehen.
Viel Spaß beim Anschauen in der Galerie!


Tokyo Universität & Erste Woche Praktikum

6. Juni 2009

Nachdem ich nun schon die erste Woche an der Tokyo Universität absolviert habe, möchte ich an dieser Stelle ein paar Erfahrungen schildern.

Ich werde Mal mit der Anfahrt beginnen: Ich laufe derzeit (später hoffentlich mit dem Fahrrad) ca. 20 Minuten vom Gästehaus bis zum Bahnhof in Fujimino. Dort nehme ich den Expresszug nach Ikebukuro (hier gibt es übrigens die leckeren Eisvarianten, wie Oktopus-Eis oder Curry-Eis). Ikebukuro ist ein großer Umsteigebahnhof in Tokyo, vor allem für Leute, die wie ich aus nordwestlicher Richtung kommen. Von hier aus fahren ich dann also mit der U-Bahn noch weitere 10 Minuten bis nach Hongo-sanchome. Vom Bahnhof in Hongo-sanchome aus laufe ich dann wiederum weitere 10-12 Minuten bis zu meinem Labor, teils an Restaurants und Geschäften vorbei, teils auf dem Unigelände selbst. Vielleicht kann ich an dieser Stelle kurz erwähnen – hauptsächlich um etwas Mitleid zu erregen -, dass ich eigentlich nie einen Sitzplatz bekomme und die ganzen Zugfahrten über stehe, egal ob auf dem Hin- oder Rückweg. Naja, immerhin werden keine Menschenmengenschieber bzw. Sardinenbüchsenverschließer, manchmal auch schlicht „Force“ genannt, benötigt. Was ich damit sagen möchte ist, dass ich immerhin um einen Radius von 5 cm um mich herum Platz habe. Manchmal zumindest. Oh, ich glaube ich schweife ab…

Das Labor selbst ist (wie auch das gesamte Unigelände) recht weiträumig (was in Anbetracht der Tatsache, dass es mitten in Tokyo ist, durchaus beachtlich ist!). Im Vergleich zur Nihon Universität ist mein Schreibtisch knapp doppelt so groß, ich sitze auf einem bequemen Chefsessel und habe einen eigenen, schnellen PC mit 19 Zoll Monitor zur Verfügung. Den großen Flachbildfernseher mit angeschlossener Nintendo Wii brauche ich wohl nicht zu erwähnen 😉

Eine Praktikumsaufgabe habe ich derzeit noch nicht, ich verbringe meine Zeit meistens damit, die anderen Studenten kennenzulernen, mich mit ihnen zu unterhalten, ein bißchen im Bücherregal zu stöbern oder Blogposts zu schreiben 😉 .
Ich denke ich kann nächste Woche mehr über das Praktikumsthema berichten.

Auf dem Campus selbst bin ich noch nicht so viel herumgekommen, bei der Größe dauert es allerdings auch ein bißchen, bis man alles gesehen hat. Entdeckt habe ich jedoch schon einen Subways, einen Starbucks sowie einen Kombini (Convinience Store), welcher 24 Stunden am Tag geoffnet hat. Auffällig ist ansonsten noch, dass es hier recht viele Ausländer gibt. Von den gesamten 30.000 Studenten sind immerhin 2100 aus dem Ausland laut Wikipedia. Bei Gelegenheit (und schönem Wetter) werde ich Bilder von dem eindrucksvollen Campusgelände machen.

Nachtrag: Habe mittlerweile ein Fahrrad gekauft 🙂