Auf dem Weg nach Japan

22. Februar 2007

Leider bin noch nicht ich, sondern nur meine Bewerbungsunterlagen auf dem Weg nach Japan. Diese habe ich nämlich vorhin im Auslandsamt abgegeben. Von dort aus werden sie dann noch heute nach Japan verschickt. Bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis ich eine Antwort erhalte. Ich rechne schon mit einigen Wochen Wartezeit, da in Japan angeblich noch mehr Bürokratie herrscht als hier in Deutschland (geht das überhaupt?). Naja, immerhin weiß ich mit der Antwort wohl dann endgültig Bescheid, ob ich nach Japan komme oder nicht. Wobei dem allen Anzeichen nach wohl nicht mehr viel im Weg stehen sollte.


Bank Statement

14. Februar 2007

Für mein Auslandsstudium muss ich eine ganze Reihe an verschiedensten Unterlagen abgeben, welche dann an die Nihon University in Japan geschickt werden. Darunter auch ein „Bank Statement“. Dieses wollte ich mir heute bei meiner örtlichen Sparkasse holen. Meiner Meinung nach eine schnelle Angelegenheit, doch ich habe die Verkaufswut Verkaufsqualitäten der Sparkassen-Mitarbeiter unterschätzt. Denn nachdem ich an die Vertretung für die mir normalerweise zuständige, sich allerdings noch vier Wochen auf einem Seminar befindende Mitarbeiterin, welche die Vertretung für die mir bisher zuständige Mitarbeiterin, welche jetzt jedoch einen anderen Nachnamen hat und sich zudem in Babypause befindet, ist, übergeben wurde, kam ich mir vor wie auf einem türkischen Basar. (So ein Satz wurde in der Schule immer mit Prügelstrafe geahndet, aber hey, das ist mein Blog!).

„So Herr L., ich hab da jetzt mal was ausgedruckt, das können wir jetzt mal zusammen durchgehen und uns eine Übersicht verschaffen.“ Alles klar, vielleicht müssen ja erst noch ein paar Sachen geregelt werden, bevor ich das Bank Statement bekommen kann. So sind wir dann meine Konten kurz durchgegangen, wonach er fragte:
„Darf ich fragen, ob Sie sonst noch irgendwo Geld haben?“ Oha, sehe ich so reich aus oder hat er etwa einen Vermerk auf seinem Computer, dass ich mal einen vierstelligen Betrag auf ein Ing-Diba-Konto, welches auf meinen Namen läuft, umgebucht habe? Also meine ehrliche Antwort: „Ja, hab ich.“
„Lassen Sie mich raten… Ing-Diba?“ Da fällt mir das erste Mal meine Kinnlade herab. Nachdem er mich dann mit seinen 3,4% für ein Wertgeldkonto-Fond-Sonstwas gegenüber 3,0% Ing-Diba Tageszins nicht überzeugen konnte, und er mich währenddessen schon soweit ausgefragt hatte, dass er über mein Auslandsstudium in Japan Bescheid wusste, fuhr er fort:
„Brauchen Sie dann auch eine Kreditkarte für die Zeit?…“ -
„Nein, ich denke nicht.“ – „…Da wäre dann nämlich auch eine Auslandskrankenversicherung dabei. Die gilt zwar nur für die ersten 60 Tage im Ausland, aber dann haben Sie immerhin schon zwei Monate gespart.“ Er kramt nach seinem Taschenrechner. Oha, jetzt rechnet er mir gleich vor, wie ich Millionär werden kann.
„Also eine Auslandskrankenversicherung kostet ca. 0,40 Cent pro Tag.“, jetzt nehm ich das mal hmmm 1,2,3,4…, 360 Tage im Jahr … 3…6…0… Istgleich… „Das sind 144 Euro im Jahr! So und mit der Auslandskrankenversicherung für 60 Tage:“, 0,40*300 wird eingetippt und mit ehrfürchtigen Worten und einem eindrucksvollen Nicken verkündet er mir das Ergebnis. „… nur noch 120 Euro! Das sind immerhin 40 Euro gespart!“
Mooooment. Job im Lotto gewonnen? Auf eBay ersteigert? Er schaut mich an, scheinbar eine für diesen kostenbaren Tipp dankbare Reaktion erwartetend, und ich nicke im zu und versuche die Mundwinkel etwas anzuheben. Mit heruntergeklappter Kinnlade gar nicht so leicht. Bevor ich vom Stuhl kippe, frage ich ihn lieber:
„Und die Kreditkarte ist dann kostenlos?“ – „Ne, die kostet so um die zwei Euro im Monat.“ Er macht eine Geste, als würde er das zweihundertfache davon bekommen, könnte er mir nur diese verflixte Kreditkarte andrehen. Dass ich ein Konto bei der Citibank eröffnen will, da diese auch Filien in Tokyo hat und ich somit kostenlos Geld abheben kann, habe ich ihm dann sicherheitshalber nicht erzählt. Ich will ja nicht, dass seine Inlandskrankenversicherung wegen einem Zusammenbruch aktiv werden muss.
Als ich ihm schließlich erzählte, dass ich für mein Auslandsstudium verschiedene Dinge abgeben muss und ich deshalb eigentlich nur ein Bank Statement bräuchte, offenbarte er den seit Beginn unseres Gesprächs vor mir liegenden Zettel als solches. Ich war begeistert: So einfach und schnell geht das. Wie ich es erwartet hatte…

Zum Schluss noch ein kleines Rätsel für die Leser meines Blogs: Wenn man 12 Monate lang eine Kreditkarte für 2 Euro im Monat besitzt und es 60 Tage Auslandskrankenversicherung á 0,40 Cent umsonst dazu gibt, wieviel Uhr ist es dann um Mitternacht in Tokyo?


Hürdenlauf – Bewerbung um einen Auslandsaufenthalt

14. Februar 2007

Hier mal eine kleine Zusammenfassung dessen, wie meine Bewerbung bisher abgelaufen ist:

Nominierung vom Fachbereich
Im November letzten Jahres habe ich eine Informationsveranstaltung des Fachbereichs Informatik zum Auslandsstudium besucht. Meiner Entscheidung, mich für Japan zu bewerben, stand scheinbar nichts im Weg, und so stellte ich meine Bewerbungsmappe (Motivationsschreiben, Lebenslauf, Leistungsspiegel,…) zusammen und gab diese schließlich Mitte Dezember 2006 ab. Als ich Mitte Januar 2007 immernoch keine Antwort hatte, wurde ich langsam nervös, vor allem da ich schon von anderen Informatikstudenten gehört hatte, die schon Antwort erhalten haben. Doch schließlich kam am 22.01. die E-Mail, dass ich vom Fachbereich für die Nihon University Japan nominiert worden sei.

Brief vom International Academic Relations Office
Da es von der Nihon University nur zwei Plätze für Austauschstudenten aus Darmstadt jedes Jahr gibt, war noch nicht klar, ob ich tatsächlich nach Japan kann. Dies hing davon dabei, wieviele Studenten von der TU-Darmstadt sich insgesamt für diese Universität beworben haben. Dafür war dann das International Academic Relations Office zuständig. Wie ich aber schon am 31.01. per Brief erfuhr, bin ich wohl einer der beiden Studenten, welche an die Nihon University gehen. Denn in dem Brief wurde ich gebeten, ein Formular, dass ich den Platz annehme, sowie weitere Unterlagen (Lebenslauf in englisch, Reisepasskopien, …), welche mit einer offiziellen Nominierung an die japanische Universität geschickt würden, abzugeben.

Hiernach erhalte ich dann die endgültige Bestätigung, dass ich ab September 2007 nach Tokyo darf, und das ist dann auch der Zeitpunkt, an dem dieser Blog öffentlich wird ;) .


Hallo Japan!

12. Februar 2007

Herzlich Willkommen auf meinem neuen Blog!
Diese Webseite dient dazu, meine Verwandten, Freunde, Bekannten und alle, die es sonst noch interessiert, über mein Auslandsstudium an der Nihon University in Japan zu informieren und auf dem Laufenden zu halten. Dazu zählen natürlich auch die Vorbereitungen und (was wahrscheinlich viel interessanter ist) ab September 2007 der Auslandsaufenthalt selbst. Noch ist dieser Blog nur über die direkte Adresse erreichbar, auf die eigentliche Domain wird er geschaltet, sobald die die endgültige Bescheinigung erhalte, dass ich ein Jahr lang auf der anderen Seite der Welt verbringen darf. Das dürfte zwar nur noch Formsache sein, aber dann gibt’s wenigstens schon was zu lesen, wenn diese Seite bekannt wird ;) .
Viel Spaß beim Lesen!

P.S.: Ich freue mich über fast jeden Kommentar! :)